September 2005
Als Organisator der Improtheatergruppe „Die Theaterhaie“ erreichte mich im September 2005 ein Brief des Soziokulturellen Zentrums „JoJo“, in dem stand, dass das „JoJo – Spieldeck“ zum 01.12.2005 geschlossen werden würde. Schock! Unsere Probebühne würde wegfallen. Wir müssten uns um neue Räume bemühen. Würde unsere Gruppe die auf uns zu kommenden finanziellen Belastungen tragen können? Warum sollen diesen wunderbaren Räumlichkeiten geschlossen werden? Was passiert mit der Ausstattung? Soll das „Spieldeck“ in Zukunft leer stehen und vor sich hin rotten?
Nach einigen Telefonaten stellte sich heraus, dass noch andere Personen und Gruppen von der nahenden Schließung betroffen waren und dies nicht so einfach hinnehmen wollten. Die Idee sich zusammen zu tun und einen Verein zu gründen war geboren.
Oktober 2005
Am 11. Oktober um 11 Uhr trafen zum ersten Mal alle Betroffenen im „JoJo“ zusammen. Dabei waren Annette, Julia, Sandrine, Mark, Oliver und ich. Die Entschlossenheit etwas zu tun und den Standort für uns zu retten war spürbar. Erste Ideen und Vorschläge für ein weiteres gemeinsames Vorgehen wurden besprochen. Was sollten die Ziele eines gemeinsamen Vereins sein? Welchen Namen könnten wir uns geben?
Unsicher darüber, ob ich die Verantwortung tragen kann und möchte, die mit einem selbst gegründeten Verein zusammen hängt, bat ich mir etwas Bedenkzeit aus. Doch was gab es eigentlich zu verlieren?
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Bereits 10 Tage später hatten wir unseren Namen: „das kreartell“. Am 21. Oktober 2005 wurde die Satzung verabschiedet und der Vorstand gewählt. Und schon am 24. Oktober waren wir beim Notar, um die Formalitäten für den Eintrag ins Vereinsregister zu regeln.
November und Dezember 2005
Unter Hochdruck wurde an der Erstellung eines Konzepts gearbeitet, mit dem wir uns beim Kulturamt Mitte für die Übernahme des „JoJo – Spieldecks“ zum 01.01.2006 bewerben wollten. Ein anderer Schwerpunkt der Vereinsarbeit lag darin, beim Finanzamt den Status der Gemeinnützigkeit zu erlangen.
Die ersten Arbeitsgruppen (AG) waren geboren, von denen es in Zukunft noch viele weitere geben sollte. Mindestens 1 Mal pro Wochen trafen wir zusammen, um uns auf den neuesten Stand zu bringen und zu diskutieren. Häufig gingen diese Treffen ins Endlose und für manchen von uns wurden sie zu einer Geduldsprobe. Doch der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten.
Und so erhielten wir praktisch als Weihnachtsgeschenk am 23. Dezember das Fax vom Finanzamt, in dem uns der Status der Gemeinnützigkeit anerkannt wurde.
In zwei Monaten hatten wir also geschafft, wozu andere vielleicht Jahre brauchten. Wir konnten uns gratulieren. Hier sind wir: „das kreartell e.V.“!
Und ich bin stolz dabei zu sein und froh, solche Kollegen kennengelernt zu haben.
Martin Hamann
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